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Initiative „HartSpröde" will Wissen und Technik bei Materialbearbeitung weiterentwickeln

Kompetenzen der Region bündeln

Unter dem zunächst einmal nicht sehr einladend klingenden Namen „HartSpröde" hat sich eine Initiative aus bislang 15 Unternehmen gebildet, mit der die aus der Tradition der Edelsteinbearbeitung entwickelten ganz besonderen Kompetenzen in der Bearbeitung harter und spröder Werkstoffe ausgebaut und gefördert werden sollen. Alle Unternehmen zeichnen sich durch die Entwicklung innovativer Produkte und Technologien und internationale Geschäftsbeziehungen aus und wollen zusammen die „Kompetenzregion Idar-Oberstein" weiterentwickeln und bekannt machen. Bei einem ersten öffentlichen Termin im Sitzungssaal des Stadtrates präsentierten sie als erstes gemeinsames Projekt eine Broschüre, in der sich die beteiligten Unternehmen vorstellen.

Ralph Effgen, Unternehmer in Herrstein und Initiator von „HartSpröde", machte in einem einleitenden Vortrag deutlich, in welche Richtung sich die Zusammenarbeit entwickeln könne. So schlug er etwa vor, das Berufsbild des Zerspanungsmechanikers um das Spezialgebiet Keramik/Glas zu erweitern, hierzu die Kooperation mit den Berufsschulen zu verstärken und ihnen Fachlehrer zur Verfügung zu stellen. Über die IHK sollten – möglichst im Rahmen eines künftigen Kompetenzzentrums – zertifizierte Lehrgänge für die hart/spröde-Zerspanung angeboten werden. Großes Gewicht maß er der Kooperation mit Hochschuleinrichtungen und anderen Regionen zu, wie etwa dem Umweltcampus, der Fachrichtung Edelstein- und Schmuckgestaltung, aber auch der Technischen Universität Kaiserslautern und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Besondere Bedeutung komme dabei der Kooperation mit der Keramik-Region im Westerwald mit ihrem Innovationscluster Metall/Keramik/Kunststoffe und dem CeraTechCenter Höhr-Grenzhausen, aber auch etwa dem Glashersteller Schott in Mainz zu.

„Wirtschaftliche Nachhaltigkeit wird in Zukunft vor allem bedeuten, sich um Fachkräfte zu kümmern." 

Unternehmer Ralph Effgen sieht in der Initiative auch eine erfolgversprechende Strategie gegen den Fachkräftemangel.

Effgen verwies auf die Vielzahl hochwertiger Produkte, für die die hochpräzise Bearbeitung hart-spröder Materialien unabdingbar ist, das reiche vom Schmuck über künstliche Kniegelenke bis hin zu Dichtungen, Verschleißschutzeinlagen oder Kugellager für Hightech-Geräte. Ein erster Schritt hin zu einem möglichen Kompetenzzentrum in Idar-Oberstein solle, so Effgen, ein Symposium zu dem Thema sein, noch möglichst vor den Sommerferien. Hierzu könne er sich ein Programm aus Fachvorträgen, Ausstellungen und Betriebsführungen vorstellen.

Mit dieser Initiative sei den Organisatoren „etwas Tolles" für die Zukunft der Region gelungen, lobte Oberbürgermeister Bruno Zimmer. Ministerialdirigent Jo Weingarten vom Wirtschaftsministerium, durch das das Projekt über die Entwicklungsagentur „LandZukunft" gefördert wird, zeigte sich sehr beeindruckt davon, wie die in Jahrhunderten erworbenen Kompetenzen in die Gegenwart hinein weiterentwickelt wurden, und lobte den Ansatz, auch die Bereiche Gestaltung und Design in das Konzept einzubeziehen. Er unterstrich, dass es im Zeitalter der Globalisierung notwendig sei, über die Regionen hinauszudenken und regte Austausch und Vernetzung auch mit Firmen und Einrichtungen in Baden-Württemberg an.

„Das ist nicht das Prinzip ,Man müsste mal', sondern hier wird strukturell etwas auf die Beine gestellt."

Michael Dietz, Wirtschaftsförderer bei der Kreisverwaltung, lobte Initiator Ralph Effgen für sein unermüdliches Engagement.

FEE-Geschäftsführer Dr. Lothar Ackermann sprach sich dafür aus, möglichst schnell ein Seminarprogramm für ein künftiges Kompetenzzentrum aufzustellen. „Wir müssen dafür sorgen, dass noch mehr Firmen mitziehen", forderte er eine verbreiterte Zusammenarbeit. Theo Smeets, Professor für Gestaltung an der Fachrichtung Edelstein- und Schmuckgestaltung, zeigte sich überzeugt, dass man auch im künstlerischen Bereich von künftigen Entwicklungen profitieren könne und unterstrich das große Interesse an einer Zusammenarbeit zwischen Hochschule und den Unternehmen.

Nahe Zeitung, Jörg Staiber, vom Mittwoch, 4. Februar 2015, Seite 11

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